Reste einer deutschen Küche in Namibia

In Restaurants sowie auf Gästefarmen und Lodges findet der hungrige deutsche Reisende die heimische Küche vor. Hier werden Schnitzel, Rouladen, Eisbein mit Sauerkraut und auch andere für Deutschland typische Gerichte zubereitet. In den letzten Jahren wurde das Bedürfnis nach internationaler Küche immer größer und begann langsam, die deutschen Gerichte von den Speisekarten zu verdrängen. Dies geschah jedoch nicht bei den Backwaren. Hier ist der Einfluss unübersehbar; Es gibt bis zu 20 verschiedene Brotsorten, darunter Vollkornbrot, Pumpernickel, Schwarzbrot und auch Brötchen, die im gesamten Land auch so genannt und zum Frühstück gegessen werden. Darüber hinaus stellen Bäcker und Konditoren Kuchen und Torten her – vor allem die Schwarzwälder Kirschtorte ist in Namibia nicht nur bei den Reisenden beliebt.

Die Auswahl an alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken in Namibia ist ähnlich groß und abwechslungsreich wie in jedem anderen Land auch. Es gibt die handelsüblichen internationalen Erfrischungsgetränke wie Limonade, Cola und Mineralwasser. Bei den Namibiern sehr beliebt sind Appletizer und Grapetizer – aus Apfel- bzw. Traubenkonzentrat bestehende Durstlöscher.

 

Das Angebot an Alkohol wird klar von Bier und Wein bestimmt. Ersteres ist die „Nummer eins“ unter den alkoholischen Getränken Namibias. Gebraut wird hier nach dem von Herzog Wilhelm von Bayern im Jahre 1516 erlassenen, deutschen Reinheitsgebot. Das heißt, die Biere enthalten ausschließlich besten Hopfen, ausgewähltes Gerstenmalz und reines Wasser. Durch die heiß-trockenen klimatischen Bedingungen haben die namibischen Biere jedoch einen geringeren Alkoholgehalt als die in Zentraleuropa gebrauten Biersorten. Ausgezeichnete Biere produziert Namibian Breweries in Windhoek. Die vier unterschiedlich gebrauten Sorten sind das Windhoek Lager, Export, Special undLight. In den Wintermonaten wird hier auch das etwas stärkere Maibock-Bier gebraut. Neben Namibian Breweries gibt es noch die Holsten Lizenzbrauerei in Windhoek. Hier wird das deutsche Holsten gebraut und verkauft. In Swakopmund wird ebenfalls das hanseatische Hansa-Bier auf Lizenz gebraut.

Besonders groß ist das Angebot an südafrikanischen Weinen. Diese kommen vor allem aus den Anbaugebieten um Paarl, Stellenbosch und Franschhoek. Die weißen und roten Tropfen bieten eine qualitative Spannweite vom einfachen Tafelwein bis hin zu Weltklasse-Weinen. Die Weine liegen im Preis unter dem Niveau mitteleuropäischer Länder. Neben dem Import ausländischer – hier vor allem südafrikanischer Weine, gibt es auch ein Angebot namibischer Weine. Dieses Angebot ist jedoch sehr gering, da die klimatischen Verhältnisse – arides Klima, im Sommer sehr heiße Temperaturen, im Winter mit Bodenfrost – für den Weinanbau sehr schlecht sind. Die Weinanbaugebiete Namibias gelten als die trockensten der Erde – der Weinanbau selbst als sehr jung. Erst im Jahre 1990 begann dieser kommerziell zu arbeiten. Es können drei Weinanbaugebiete unterschieden werden. Omaruru ist das größte und älteste von diesen. Der Anbau begann im Jahre 1990 auf einem Areal von 4,5 Hektar in der Region Erongo, 70 Kilometer nordwestlich von Windhoek entfernt. Das Anbaugebiet gehört der Kristall Kellerei. Angebaut wird Ruby Cabernet, Colombard und Petit Verdon. Gebrannt wird aber auch Brandy und Grappa. Neuras liegt am Rande der Naukluftberge bei Maltahöhe in der Region Hardap, 380 Kilometer südlich von Windhoek. Auf einer Fläche von 4 Hektar werden die Sorten Merlot, Petit Verdot und Shiraz angebaut. Auf einer Fläche von zwei Hektar werden in Oranje am gleichnamigen Fluss ausschließlich südafrikanische Rebsorten angebaut, welche auch für den Export nach Südafrika vorgesehen sind.

   
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